Amphi Festival 2005

 

Gelsenkirchen, Amphitheater 1. & 2. Juli 2005

Eine Premiere in Sachen Festival war an diesem Wochenende angesagt, und das auch noch gerade zu einer Zeit, wo ein anderes großes, uns sehr bekanntes Festival abgesagt wurde. Schon irgendwie die Ironie des Schicksals...
ORKUS präsentierte sein erstes Open Air Festival, namentlich dem Veranstaltungsort angepasst, und war mit einem Staraufgebot der Superlative an den Start gegangen. Also war ich sehr gespannt, was auf mich an diesen beiden Tagen zukommen wird, und fuhr voller Hoffnung auf ein erlebnisreiches Wochenende den halben Tag quer durch Deutschland.

Das Wetter hatte letztendlich doch ein Einsehen, trotz das sich der Regen in Strömen über mir ergoss, als ich in Gelsenkirchen eintraf, war er eine Stunde später wie weggepustet, und man konnte nur hoffen, das es so bleibt. Es war ein gutes Zeichen, die schwarzen Seelen sollten die beiden Tage ziemlich trocken (was den Regen betrifft ... ) überstehen. Ansonsten war für genügend Feuchtigkeit gesorgt.

Ja, was das organisatorische betrifft, unterschied sich das AMPHI - Festival nicht weiter von anderen uns bekannten Veranstaltungen, man wurde am Einlass gefilzt, wie gewohnt... es versammelten sich uns weitestgehend bekannte Händler der schwarzen Szene auf dem Gelände des Amphitheaters, und auch für das leibliche Wohl war genügend gesorgt. Als ich dann etwas weiter vordrang in die Location, welche nun zwei Tage meine „Ersatzheimat“ werden sollte, raubte es mir schier den Atem, ein fantastischer Anblick tat sich mir auf. Eine wunderschöne Location , die Bühne mit einem riesigen Dach, hatte Ähnlichkeit mit einem großen Zelt, im Hintergrund shipperten die Boote und Schiffe vorüber, und man konnte dank der steil absteigenden Stufen von überall aus gut sehen. Für die Bewegungsmutigen unter uns war auch genügend Platz vor der Bühne um sich richtig auszutoben, und das wurde auch ausgiebig genutzt.
Einzig und allein die „schwarze Dauerwerbesendung“ vom Band fing nach etwa dem dritten male an, heftigst zu nerven. Zwei Tage lang musste man sich diese Dauerberieselung in den Umbaupausen über sich ergehen lassen.

Das Line Up der beiden Tage war, wie schon erwähnt, ein regelrechtes Staraufgebot. Es war anwesend was Rang und Namen in der Szene hat.
Eröffnet wurde der Freitag mit der belgischen Formation THIS MORN’ OMINA, welche meiner Meinung nach als einzige nicht so recht in das Line Up der beiden Tage passte. Rein instrumental versuchte man das bis dahin erschienene Publikum ein wenig mit harten Electrobeats aufzuheizen. Aber aller Anfang ist schwer ... als Opener hat man es eben nie so recht leicht.

Da sich am Einlass doch ein wenig Stau bildete, und daher nicht so viele Besucher anwesend waren, entschied sich der Veranstalter noch eine kleine Pause einzulegen, und nach Absprache mit den Bands noch zu warten, bis auch das noch am Einlass stehende Publikum endlich dem AMPHI Festival beiwohnen konnte, und nicht die halbe Show verpassten. Gesagt, getan.. kleine Pause, dann ging es nach ca. einer dreiviertel Stunde weiter.
UNHEILIG waren an der Reihe, und DER GRAF begeisterte wie gehabt sein Publikum. Der Platz vor der Bühne füllte sich zusehends, die Fans sangen kräftig mit, und das Trio hatte sichtlich Spaß am Auftritt. Ein Konzert von UNHEILIG ist immer etwas faszinierendes, jedes Mal wenn ich ihn sehe und höre, bekomme ich immer wieder eine Gänsehaut.
Danach waren für die wohl etwas jüngeren Festival besucher ZERAPHINE an der Reihe, diese erfreuten sich schreiend und kreischend an Herrn Friedrichs Anblick. Und später erschienen GOETHES ERBEN am Start, welche ebenfalls einen atemberaubenden Auftritt hinlegten. Der Act des Abends war danach PROJECT PITCHFORK, welche diesmal eine wirklich gelungene Setlist dabei hatten, bei der auch ein Nicht- PP -Fan sicherlich den einen oder anderen Song kennen sollte. Die Band in bester Laune, und in alt bekannter PP Bemalung brachten das Amphitheater so ziemlich zum kochen, und sogar zwei Zugabe Songs waren zum Abschluss noch drin.
Als letztes waren zwei Mädels aus London angesagt, CLIENT sollten der entgültige Abschluss des Abends sein, jedoch das Publikum war nur noch spärlich vorhanden, man hatte sich wohl bei PP müde gerockt.

Der Samstag sollte kein bisschen langweiliger werden, nach dem ORKUS Newcomer STAUBKIND, war eine kleine Programmänderung vorgesehen, PSYCHE kam anstelle von NAM NAM BULU, und füllte diese Lücke vorbildlich. Die Überraschung des Tages waren für mich LACRIMAS PROFUNDERE, die Jungs rockten was das Zeug hielt und Sänger Christopher düste voller Rockmanier und Elan über die Bühne. Schade das die Jungs so selten auf unseren Bühnen zu sehen sind.
WELLE: ERDBALL und SUICIDE COMMANDO ließen die Zeit bis BLUTENGEL ziemlich schnell vergehen, und der geheime Hauptact des Tages war nun an der Reihe. Die Security vermieste mir erst einmal die Stimmung, als es hieß, wir dürften keine Fotos aus dem Graben machen, aber was soll’s, versuche ich halt so mein Glück. Mit einer neuen Show wartete die BE Gemeinschaft auf, eine Tänzerin mehr als sonst verzauberte die BE Fanschar, viel Feuer und Pyro, eigentlich alles wie immer, nur eben etwas anders. Sehenswert ist eine BE Show allemal, und die Fans waren schließlich in Mengen anwesend.
DIE KRUPPS feierten ihr 25 jähriges Bühnenjubiläum, und sie feierten wirklich! Welch eine Ehre die Herren aus solch einer Nähe sehen zu dürfen, es war mir ein riesiges Vergnügen ihnen beim musizieren zu zuschauen und zu zuhören. Ich glaube kein Schwarzes Bein konnte mehr ruhig stehen bleiben während der knappen Stunde, als sich DIE KRUPPS die Ehre gaben.
Nun war für mich die letzte Band des Abends gekommen, mir noch sehr bekannt aus meiner frühen Jugend, CAMOUFLAGE enterten die Bühne, und bei den älteren Songs kamen natürlich nette Erinnerungen wieder zum Vorschein.
IN EXTREMO konnte ich leider nicht mehr sehen, da ich zum Zug musste, so musste ich mich schweren Herzens schon vorzeitig vom AMPHI FESTIVAL verabschieden.

Im Großen und Ganzen war das AMPHI Festival eine gelungene Premiere für ORKUS, zwar mit kleinen Pannen, über die man aber ohne weiteres drüber hinweg schauen kann. 2006 wird sicher alles besser, ich habe nur so meine Zweifel ob man solch ein Staraufgebot wiederholen kann...

 

[Peggy] für gothics-nature.biz