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Rosslau Wasserburg 24./25.10.2005
Die zweite Premiere in Sachen Festivals stand nun an diesem Wochenende
an, die so genannten Burgnächte in dem kleinen verschlafenen Städtchen
Roßlau, zu finden am Rande von Dessau.
Eine wirklich nett anzuschauende mittelalterliche Burg erwartete den
Besucher, in deren Vorhof ein kleiner Mittelaltermarkt mit buntem Treiben
den (auch nicht Fesival-) Besucher erfreute. Auch im Inneren der Burg
fanden diverse Veranstaltungen statt, wie Lesungen und Ausstellungen
etc.
Pünktlich um 14 Uhr öffnete sich dann das Tor zum Festivalgelände,
welches am Fuße der Burg lag, und eine kleine Bühne sein
eigen nannte. Das Gebiet war wirklich nicht sehr groß, so dass
es ein recht gemütliches Wochenende zu werden schien.
An Sitzgelegenheiten fehlte es auch nicht, so wurden die sonst so Festival-Geplagten
Beine geschont und man konnte sich zum ausruhen oder gemütlichen
Beisammensein getrost nieder lassen. Die Bühne hatte man auch von
überall aus gut im Blick, so dass die ganz trägen Herrschaften
nicht mal aufstehen mussten ;)
Für’s Leibliche Wohl war natürlich auch gesorgt, ob
im Mittelalterlichen Stil oder im Herkömmlichen, das konnte jeder
selbst entscheiden. Und bei den wirklich angemessenen verträglichen
Preisen musste bestimmt auch keiner hungern oder dürsten.
Zuletzt sei im Vorwort erwähnt, dass auch der Wettergott in bester
Laune war, und ein wunderschönes spätsommerliches Wetter zur
Verfügung stellte, Sonne bis zum wortwörtlichen Untergang
und angenehme Temperaturen ließen das Ganze noch komplett werden.
Da nun rundherum alles stimmte, konnte es auch schon losgehen.
Freitag:
Den Auftakt des Events machten FORMFLEISCH, die als Opener doch eine
recht Mühsame Aufgabe hatten, denn das Publikum war noch nicht
so zahlreich erschienen. So hatte man große Mühe überhaupt
jemanden bis vor die Bühne zu locken, aber letztendlich meisterte
die Band ihr Set recht gut und machte 30 Minuten später Platz für
SCARECROW. Mit elektronischem Beats heizten uns die Jungs ein, und zogen
doch ein paar Leutchen vor die Bühne. Trotz des überwiegend
elektronischen Sounds, gab es zwischendurch auch sehr Gitarrenlastiges,
und wir bekamen auch ein recht überwältigendes Gitarrensolo
zu hören. An Geld mangelte es der Formation wohl auch nicht, wenn
man bedenkt das der Sänger anfing Cent - Münzen in das Publikum
zu werfen.
Danach standen DOWN BELOW auf der Bühne, welche DARA PAIN mit an
Bord hatten und kräftig Rammstein –like drauf los rockten.
Dem blonden Jüngling wurde wohl etwas heiß auf der Bühne,
so machte er vom „Zwiebelsystem“ gebrauch und entblätterte
sich von mal zu mal mehr. Okay, bevor nun alle Hüllen fielen, war
dann doch seine Zeit rum, so blieb es bei freiem Oberkörper ;)
Höhepunkt dieser Formation war wohl das Depeche Mode Cover “Question
of Time“, welches recht gut beim Publikum ankam. Stimmung kam
auf jeden Fall zusehends auf, von nun an konnte es eigentlich nur noch
besser werden, stimmungsmäßig natürlich.
WISSMUT waren als nächstes an der Reihe. Es gab eine dreiviertel
Stunde lang gefühlvolle und anspruchsvolle, deutschsprachige Songs,
verstärkt durch kräftige Gitarren.
Die LEGENDARY PINK DOTS betraten nun nach WISSMUT die Bühne, und
sollten die Besucher von etwas anderen Klängen überzeugen.
Der etwas gewöhnungsbedürftig aussehende Frontmann hatte den
Anschein eines Gurus, und schlich zu den elektronisch klingenden Songs
behutsam über die Bühne. Faszinierend fand ich den Bläser,
welcher mit am Start war, schaffte er es doch, gleichzeitig Klarinette
und Saxophon zu spielen. Das nenne ich doch mal Einsatz! Ein recht außergewöhnlicher
Auftritt, will ich mal meinen.
Nun kam der wohl von vielen Fans schon erwartete erste Hauptact des
Freitags. GARDEN OF DELIGHT standen auf dem Programm. Der Burghof wurde
endlich mal so richtig gerockt, nachdem doch das meiste am frühen
Abend recht leise und elektronisch und doch eher ruhig abgegangen ist.
Der Meister himself betrat mit düsterer Miene die kleine Burghof
Bühne, begleitet von einer Bassistin und einem Gitarristen, und
versetzte die Zuschauer in ein heftiges mittanzen, -rocken und -grölen.
GOD wurden von ihren Fans stürmisch umjubelt, und diese bedankten
sich in dem sie immer schön kräftig in die Saiten griffen.
Headliner CINEMA STRANGE bestritten als letzte des Abends ihren Auftritt.
Es war schon recht spät, aber das hielt die meisten Leute natürlich
nicht ab, in der doch schon etwas kälteren Nacht vor der Bühne
zu verharren. Die doch recht außergewöhnliche Formation betrat
gegen 1 Uhr im undefinierbaren Outfit („Crazy China Stil“
würde ich es benennen) die Bühne und begeisterte ihre Fans.
Eine extravagante Show der CINEMA’S beendete den ersten Festivalabend.
Samstag:
Auch dieser Tag schien wieder sehr interessant in Sachen Musik zu werden,
und die gute Wetterstimmung vom Vortag blieb uns glatt erhalten. Also
nichts wie hin in die mittelalterlichen Gefilden, einen Kaffee geholt
und ein nettes Plätzchen ergattert, so konnte man es bis zum Start
gegen 14 Uhr aushalten.
Als die Zeit ran war traten zuerst DRYLAND aus L. - Wittenberg auf die
Bühne, und überraschten mich in höchstem Maase. Fünf
düstere Jungs mischen schon zum frühen Nachmittag den Burghof
auf mit ihrem Dark Gothic Rock, und wenn der strahlende Sonnenschein
auch nicht die richtige Kulisse war für Songs wie „Dark Night“
kam recht gute Stimmung auf. Die Jungs hätten sicherlich auch einen
späteren Auftrittszeitpunkt redlich verdient, aber einer muss ja
den Anfang machen. PILORI standen als nächstes auf dem Plan bevor
uns LAMENT mit ihrem „The Cure meets Placebo – Sound“
am Nachmittag unterhielten. Mit großer Spielfreude waren diese
Jungs ebenfalls dabei, selbst eine gerissene Gitarrensaite hielt den
Frontmann nicht ab weiter kräftig in die Saiten zu langen. Danach
wurde es ein wenig ruhiger und melancholischer, SILENCE waren an der
Reihe und spielten eine halbe Stunde voller ruhiger Songs. Eine atemberaubend
schöne Stimme untermalt mit teils recht schweren Pianoklängen
erreichte unser Gehör. Hm, meines Erachtens zu ruhig für die
Uhrzeit, aber so konnten die Nachtdurchzechten Besucher ihr Mittagschläfchen
in Ruhe fortführen.
Als DARK SUNS nun die Bühne enterte war es allerdings vorbei mit
der Ruhe, eine Metal- Nachwuchsband aus Leipzig weckte dann auch den
letzten schlafenden auf und rockte erst mal so richtig was das Zeug
hielt. Eine kleine Besonderheit möchte ich bemerken, ein Schlagzeuger
der singt, sehr außergewöhnlich wie ich meine, hab ich doch
so was bisher noch nicht erlebt, und irgendwie sah es auch recht ulkig
aus, dass niemand mit einem Mikro in der Hand auf der Bühne stand.
DAKR SUNS bereitete das Publikum in gewisser Weise auch schon auf den
nächsten Act vor, denn da sollte die Post so richtig abgehen. THANATEROS
beglückte nun ihr Publikum, und das gelang auch in jeder Hinsicht.
Mit ihrem Folk-Metal begeisterten sie die Fans, und nicht nur jene.
Voller Schwung gaben die Jungs alles, hatten auch sichtlich viel Spaß
dabei und sogar eine kleine Feuereinlage durfte bewundert werden. Bei
„Dirty Old Town“ rastete die Menge nun total aus, leider
mussten die Berliner die Bühne früher verlassen, da man mit
dem Zeitplan in arge Schwierigkeiten käme. Aber dieses Problem
stand nicht zum ersten Mal an, hinkte man doch in jeder Umbaupause zeitlich
ewig hinterher. Nichts desto trotz, eine aufmunternde geniale Show boten
uns die fünf Berliner. NFD waren wohl an diesem Abend auch ins
kleine Städtchen Roßlau gekommen, um so richtig den Putz
aus den Burgmauern bröckeln zu lassen. Und genau so kraftvoll und
energisch kam der Rotschopf auch auf die Bühne. Ein auch schon
von den Fans sehr erwarteter Auftritt, denn die Schar vor der Bühne
war recht reichlich vorhanden, und feierten NFD ab. CHAMBER waren trotz
der Probleme beim Aufbau und Soundcheck in Bester Stimmung, so konnte
es den Frontmann kaum aus der Ruhe bringen, dass nach Beginn der Show
noch immer nicht alles klappte, und zog sein Ding den Fans zu Liebe
durch. Man nahm es mit Humor und letztendlich ist auch bei CHAMBER ein
gewohnt beeindruckender Auftritt daraus geworden. Als Abschluss des
Sets bescherte uns die Kapelle einen Song einer „Berliner Nachwuchsband“,
welche diesen doch extra für CHAMBER geschrieben hat (wie der Frontmann
selbst meinte *g*) man coverte den Song „Engel“ von Rammstein,
und ich muss sagen, es kam gut… sehr gut!
ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO nannte sich die nächste Formation, welche
mich auch ziemlich begeisterte! Beim Bühnenumbau dachte ich nun
erst es käme etwas Industrial mäßiges auf mich zu, und
verzog so langsam meine Mundwinkel in Richtung Erdboden, doch was dann
mein Ohr erreichte war mehr als faszinierend. Düstere Weltuntergangsstimmung
kam auf, und mit noch düsteren Trommel- und Paukenschlägen
zelebrierte uns die Band selbige. Mit etwas monotonem aber doch passendem
Sprechgesang untermalte der Sänger diese noch und ich kann bis
heute noch nicht sagen, wie man diesen Stil nenne soll. Ich fand’s
einfach nur klasse…
Bis zu DIARY OF DREAMS war eine längere Umbaupause geplant, in
welcher SEELENFUNKEN dem Publikum eine kleine wirklich beeindruckende
Feuershow bot. Dann war es Zeit für den Headliner des Abends, Adrian
Hates und seine Jungs wurden schon aufs sehnlichste erwartet und mit
etwas Verspätung traten sie auf die Bühne. Herr Hates, im
neuen Styling mit Bart, bot einen ungewöhnlichen Anblick, und das
Set begann ebenfalls etwas ungewöhnlich, nämlich sehr ruhig
mit Songs wie „Amok“, „Traumtänzer“ etc.
Aber dann sollte es doch noch richtig losknallen, und so beglückten
DIARY OF DREAMS mit altbekanntem und gut durchmischtem Set die Fans.
Das war nun der krönende Abschluss der zwei Festivaltage auf der
Wasserburg Roßlau.
Fazit: Ein schönes kleines Festival in einer beeindruckenden Location
mit viel Drumherum, ein Line Up gut gemischt mit Newcomern, nicht so
geläufigen Bands und Szenegrößen. Es war eine Freude
dort sein zu können!
[Peggy]
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