Despairation - The Ancient Gallery

 

Leipzig „Villa“ 23.03.2005

Und eh’ ich mich versah, war ich schon wieder auf dem Weg nach Leipzig. Diesmal waren es „DESPAIRATION“ und „THE ANCIENT GALLERY“ welche mich dazu veranlassten wieder einmal in die so genannte Gothic Metropole zu düsen.
Das Wetter war recht November -mäßig, gar nicht wie Frühling, es passte aber irgendwie zum kommenden Abend.
Nach langem Suchen endlich in der Villa angekommen (hach, wie sehr ich das Leipziger Verkehrschaos liebe) waren wir dennoch ein ganzes Stück zu früh dran, was aber daran lag, dass im Internet eine andere Zeit angepriesen wurde. Also warteten wir geduldig in dem kleinen gemütlichen Kellerlokal bei einer Tasse Kaffe und hörten nebenbei den noch probenden Jungs von „DESPAIRATION“ zu.

Um 21 Uhr ging nun endlich die Tür für’s Publikum auf, welches allerdings noch nicht gerade in großen Schwärmen daherkam. Eine recht gemütliche kleine Konzert Location tat sich uns in der „Villa“ auf.

Ich denke es war etwas nach 21.30 Uhr als „DESPAIRATION“ sich der Bühne näherten, ihre Instrumente zurechtrückten und sich entschlossen die bisher wenig anwesenden Leute mit ihrer Musik zu erfreuen. Also nichts wie rauf auf diese alles so bedeutenden Bretter ;)
Die Band fing langsam an zu spielen, und Saschas tiefe Stimme stieß in Hochform dazu und erfüllte sofort den Raum mit wohliger Wärme. Ich muss immer wieder bemerken, das mich diese Stimme jedes mal auf’s neue fasziniert, egal ob live oder von Konserve. Es ist und bleibt ein Erlebnis seinem Gesang zuzuhören.
Alle anwesenden Bandmitglieder waren sichtlich gut gelaunt und spielfreudig. So gab man eine Auswahl an Songs der letzten 3 Alben zum Besten. Von „Drift“ oder „Song Of The Nightingale“ vom letzten Longplayer bis hin zu den älteren Stücken wie „Dancing Into The Apocalyptic Sun“ oder „Anaesthesia“ war es eine gute Mischung durch und durch, und es sollte wohl für jeden etwas passendes dabei gewesen sein. Ich musste allerdings feststellen, live sind die Jungs gar nicht sooo „leise“ wie man es von den letzten beiden Alben her vermuten könnte. Die Gitarren kamen nicht zu kurz, man griff tüchtig in die Saiten und auch die von mir so geliebten melancholischen Melodien durften meinen Gehörgang erfreuen. Sascha, der sympathische Sänger, hielt auch immer recht brav den Kontakt zum Publikum, damit meine ich, man rasselte die Songs nicht einfach so ohne Bemerkung runter, was ich leider schon viel zu oft erlebt habe. Allerdings vermisste ich meinen Lieblingssong „Melissa Kissed The Sky“, nun ja ... vielleicht beim nächsten mal, oder Sascha?
Auf jeden Fall fand ich das die Jungs sich von ihrer besten musikalischen Seite zeigten. Nach etwas über einer Stunde, das schätze ich jetzt einfach mal, denn ich habe nicht so genau auf die Uhr geschaut, was wohl davon zeugt das mir die Liveshow von „DESPAIRATION“ gefallen hat, ging es allerdings dem Ende zu. Man verabschiedete sich kurz und bedankte sich ganz anständig beim Publikum und verschwand von der Bühne.

Zur Umbaupause noch gemütlich ein Bierchen geholt, ging es gar nicht so viel später weiter mit „THE ANCIENT GALLERY“. Bisher kannte ich diese Band noch nicht, na ja.. hab hier und da mal was gelesen oder den Namen gehört, aber kann nicht wirklich etwas zuordnen. Weder welchen Musikstil diese Herren hegen noch wie viele Leute überhaupt dazu gehören. Aber ich sollte ja gleich ein wenig aufgeklärt werden, und war gespannt was mich nun erwartete. Vier schicke Jungs betraten die Bühne, einer nur sehr leicht bekleidet, Oberkörper frei, Barfuss und im Rock. Man hätte denken können man beabsichtigt die Freibadsaison einzuläuten, schließlich war ja erst Frühlingsanfang ;). Die Band stellte sich kurz vor, und wenn ich richtig vernommen habe, kommen sie aus Dresden. Nun gut, was dann an Tönen mein Ohr erreichte, sollte mich doch ein wenig aufhorchen lassen. Auf jeden Fall ging es um einiges härter als bei „DESPAIRATION“ zu. Man bediente sich vorzugsweise der deutschen Sprache, zu den Songs an sich kann ich leider nichts sagen, da es ja wie schon erwähnt eine Premiere für mich war und ich keinen einzigen kannte. Jedenfalls legte der Sänger mit vollem Körpereinsatz los, und das zog sich durch die ganze Show. Mit heftige Gesten begleitete er die Songs. Wo hab ich das bloß schon mal gesehen.. ach ja, beim „Unheilig(-en) Grafen“ Jedoch es war ziemlich ausdrucksstark und ich fand es passte schon irgendwie dazu. Klangtechnisch würde ich meinen ein wenig Rammstein zu erahnen, aber im großen und ganzen fand ich „THE ANCIENT GALLERY“ schon recht okay.

Mein Fazit:
Ein Abend mit faszinierenden Klängen von „Despairation“ und wieder einmal was neues gehört dank „THE ANCIENT GALLERY“. Es hat sich auf jeden Fall wieder gelohnt nach Leipzig zu kommen...

[Peggy]