Tumor

 

02.04.2005 Leipzig „Hellraiser“
Support Ann Arbor

"Welcome back asshole" - eine kranke Nacht mit TUMOR, nichts für kleinkarierte ohne Humor!


Ja, also was erwartet man von einem TUMOR Konzert, welches als „woldexclusive & last konzert ever!“ schon auf der Eintrittskarte beworben wurde? Ich weiß es nicht, und so fuhr ich voller Erwartungen und irgendwie ohne jegliche Vorstellung, wie der kommende Abend aussehen sollte, nach Leipzig. Aber schließlich wurde ich bisher noch nie von den Konzerten aus dem Hause Pohl enttäuscht ...

So gegen 20 Uhr am „Hellraiser“ angekommen, hatte sich schon eine ziemlich schwarze Menge dort eingefunden. Um 20 Uhr sollte die Location geöffnet werden, aber nichts tat sich. Mit einer halben Stunde Verspätung öffneten sich dann endlich die Tore und diese Zeitverzögerung sollte sich durch den ganzen Abend hindurch ziehen. Also war wieder mal Geduld gefragt. Na ja, zum Glück verdurstete man nicht und konnte sich die Zeit bis zum Beginn des Konzerts mit diversen Getränken verkürzen.

Gegen 21.30 Uhr betrat ein junger Mann die Bühne, keiner wusste so recht was der da wollte oder tat, die Musik wurde recht laut, und so konnte man sich denken, das dieser wohl der erste Support des Abends sein sollte. Kein Name wurde genannt (auf dem Ticket stand „3Z!on 147!G!D“ das war wohl der Name!?), kein Kommentar in irgendeiner Weise, der Herr versuchte auf die harte Tour uns mit seinem aus dem Laptop dröhnenden Krach taub zu machen. So recht als Kunst konnte ich diese Art der Musik nicht verstehen, obwohl ich eigentlich sehr offen für fast alles bin, was mit Musik zu tun hat. Also, jedem was ihm gefällt. Daher verliere ich darüber auch keine weiteren Worte...

Als zweites standen „Ann Arbor“ auf dem Programm. Dies sollte das neue Projekt des Ex – Trümmerweltlers Dave sein, wie ich vorab irgendwo las. Ich hatte bisher noch nichts von diesem Projekt gehört, was die Musik betrifft und war daher sehr gespannt. Auf jeden Fall ging es wieder elektronisch zur Sache. Manche Songs hatten einen recht tanzbaren Rhythmus, andere wiederum eine recht verspielte Melodie. Alles in allem eine gute Mischung. Vor allem die Songs gefielen mir sehr gut, welche nur vom weiblichen Part der Formation übernommen wurden. Die Darbietung der einzelnen Stücke fand ich teilweise recht langweilig. Dave rannte die Bühne auf und ab als ob er von irgend etwas gejagt wurde, Jael allerdings performte die Stücke schon ein wenig mehr, mit Gesten und etwas tanzenden Bewegungen kam das ganze doch recht gut beim Publikum an. Alles in allem denke ich, das diese Band, welche sicherlich noch etwas in der Anfangsphase steckt, durchaus etwas werden könnte.

Gegen 23.30 Uhr verdunkelte sich die Location nun endlich, und die Bühne war frei für TUMOR! Auf der Videoleinwand wurden wir zum Untergang willkommen geheißen und ausführlich begrüßt. Jens am Schlagzeug, Gordon am Keyboard, beide verhüllt in weiße Overals und mit Mundschutz (na toll ... was uns da wohl erwartet), betraten als erstes die Bühne. Diese in tiefes blau gefärbt, erklang noch immer das Intro und weitere vollständig verhüllte Gestallten schlichen sich zu uns ... eine faszinierende Kulisse bot sich uns dar, welche im Laufe der Nacht zum beben gebracht werden sollte.
Hey, und was war das? Den kennen wir doch ... Kaaja Hoyda (Stendal Blast) kam auf die Bühne gesprungen und gab uns das „TUMOR - Lied“. Spätestes jetzt musste auch der letzte merken, das TUMOR Spaß hoch drei ist, und man das ganze nicht so ernst nehmen sollte. Die zwei verhüllten Gestalten entpuppten sich als Tänzerinnen, und die „Pohlsche Crazy Horror Show“ konnte beginnen. Kajaa im netten luftigen Outfit brachte schon beim diesem ersten Song die Menge zum kochen. Die ganze Show in ihren Einzelheiten zu beschreiben würde jetzt den Rahmen dieses Berichts sprengen (ich denke die Fotos sprechen für sich). Es wurde an alles gedacht: tolle Tanzeinlagen, aufgesägte Köpfe, an der Leine geführte Machos, die drei netten Herren aus der Irrenanstalt, der gehäutete Mann und noch viele andere bizarre Storys wurden dargeboten. Eine Feuer Einlage fehlte natürlich auch nicht, und wer in den ersten Reihen stand, konnte sich auch darüber freuen etwas nass zu werden (wehe die bunten Flecken gehen nicht mehr aus meinem Shirt!) Eine Show wie ich sie im Leben noch nicht gesehen habe! Zu „Blutgeld“ gab sich Meister Pohl die Ehre und betrat die Bühne um für den Rest des Abends einige Songs auch selbst zu performen. Ein überaus gut gelaunter Chris wurde mit stürmischen Applaus und Jubelschreien von seinen Fans empfangen. Jetzt schien die Party noch einmal richtig los zu gehen. Sonja war auch mit von der Party, tanzend sowie singend tat sie ihren Teil in absoluter Perfektion, wie wir es auch von ihren „Blutengel“ - Auftritten gewöhnt sind. Was ich auch ziemlich faszinierend fand, war die Lichtshow! Louis, an diesem Abend für das Licht zuständig, zauberte Strahlen in Form eines Pentagramms auf die Bühne, wie ich es auch noch nie gesehen hatte, es stimmte einfach alles. Natürlich fehlte auch keine Zugabe. Das Publikum ließ sich nicht erweichen und schrie und klatschte für eine erneute Zugabe, und tatsächlich kam Chris mit gesamter Mannschaft noch einmal auf die Bühne. Nur meinte er, man würde ja gern noch einen Song zugeben, allerdings hätte man keinen mehr. Na macht nichts Herr Pohl, dann den letzten eben noch mal... wo doch der Text so einfach war! Auf und auch vor der Bühne flippten alle noch mal gehörig aus, Chris drehte seine Runde am Bühnenrand um seinen Fans die Hand zu reichen. Dann bedankte man sich noch mal bevor man die Bühne verließ und die Freude über so viel Erfolg beim Leipziger Publikum war Chris Pohl und allen anderen anzusehen.

Fazit: Eine bizarre Show aus dem Hause Pohl, für die keine Kosten und Mühen gescheut wurden, die wirklich „worldexclusive“ und einmalig war und ne Menge Spaß im Gepäck hatte ... nur schade das es die einzige und letzte war!

[Peggy]